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Die besten Zeiten und Orte für die Beobachtung und Fotografie von Glühwürmchen

Das Bild findest Du auch in meiner Ausstellung im Haus des Gastes in Röbel oder auf meiner Webseite www.zur-ausstellung.de


In diesem Beitrag zeige ich dir, wann du die besten Chancen hast, Glühwürmchen zu beobachten, wo du sie am ehesten findest und worauf es bei der Fotografie ankommt. 


Die Erfahrungen in diesem Beitrag stammen aus meinen eigenen Beobachtungen der vergangenen Jahre in der Müritzregion. Bei passenden Bedingungen war ich im Sommer fast täglich draußen und konnte gut verfolgen, wann und wo Glühwürmchen besonders aktiv sind. 




Woher stammen meine Informationen? 


  • Beginn der Beobachtungen: 

Im Jahr 2020 habe ich in der Müritzregion zum ersten Mal seit meiner Jugend wieder fliegende Glühwürmchen gesehen. 


  • Beobachtungsorte: 

In den letzten Jahren konnte ich an mehr als zehn verschiedenen Orten Glühwürmchen beobachten. Dabei war ich in einem Radius von etwa 50 Kilometern um Waren (Müritz) unterwegs. 


  • Beobachtungsliste: 

Seit 2023 trage ich jede Sichtung mit Standort und Anzahl in eine Tabelle ein. Zusätzlich notiere ich Wetter, Bewölkung, Wind, Mondphase, Regen und Temperatur. 


  • Regelmäßigkeit: 

Ich habe möglichst vor Beginn der Aktivität kontrolliert, ob bereits Glühwürmchen zu sehen sind, um den Start nicht zu verpassen. Wenn es zeitlich möglich war, war ich anschließend jeden Abend bis zum Ende der Aktivitätszeit unterwegs. 


  • Wie verlässlich sind die Daten?: 

Die Beobachtungen beziehen sich immer auf den jeweiligen Standort. Im letzten Jahr war ich jeden Tag am selben Ort unterwegs, um Veränderungen besser einschätzen zu können. Trotzdem kann jeder Standort andere Bedingungen haben. Wichtig hierbei sind die Feuchtigkeit, Bewuchs, Wind, Lichtverschmutzung und die damit verbundene Anzahl der vorhandenen Glühwürmchen.




Wann sind Glühwürmchen aktiv?



Glühwürmchen zeigen ihr Leuchten vor allem in den warmen Sommerwochen. Nach meinen Beobachtungen liegt die beste Zeit für die Beobachtung meist zwischen Mitte Juni und Anfang Juli. Entscheidend ist dabei nicht nur das Datum, sondern vor allem, wie feucht und warm es in dieser Zeit ist. 


  • Beginn der Aktivität: 

Die ersten Glühwürmchen konnte ich meist ab etwa Mitte Juni beobachten, wenn es zuvor feuchte Tage gab und die Nachttemperatur ungefähr bei 13 Grad oder darüber lag. Bei längerer Trockenheit kann sich der Beginn der Aktivität auch bis Ende Juni verschieben. 


  • Abenddämmerung bis nach Mitternacht

Glühwürmchen beginnen meist etwa 30 bis 45 Minuten nach Sonnenuntergang zu leuchten. Den Höhepunkt der Aktivität konnte ich häufig zwischen etwa 22:30 und 23:30 Uhr beobachten. 


  • Im Wald und auf Wiesen: 

Je dunkler ein Ort ist, desto früher kann man die Glühwürmchen entdecken. Im dichten Wald sind sie oft früher sichtbar als auf offeneren Wiesen oder an Waldrändern. 


  • Wetterbedingungen

Glühwürmchen bevorzugen warme, feuchte Nächte ohne starken Wind. Je mehr es in den Tagen vorher geregnet hatte, desto mehr Glühwürmchen konnte ich beobachten. 


  • Regen und Temperatur: 

Nach meinen bisherigen Beobachtungen scheint Regen beziehungsweise Feuchtigkeit oft wichtiger zu sein als die Temperatur allein. 


Die genaue Aktivitätszeit hängt also stark von Feuchtigkeit, Temperatur, Dunkelheit und Wind ab. 


Wo findet man Glühwürmchen?


Glühwürmchen leben bevorzugt in naturnahen, eher feuchten Lebensräumen. Besonders gute Chancen bestehen dort, wo es dunkel ist, wenig künstliches Licht gibt und geeignete Strukturen wie Wald, Wiesen, hohes Gras, Laub, Totholz oder feuchte Bereiche vorhanden sind. 


Meine Beobachtungsorte


  • Buchenwälder mit wenig Unterwuchs: 

Nach meinen Beobachtungen waren Buchenwälder mit wenig Unterwuchs die besten Orte. Ideal ist es, wenn sich in der Nähe Wasser befindet, zum Beispiel kleine Teiche, Flüsse, Wasserlöcher oder zeitweise überschwemmte Bereiche. Auffällig war für mich, dass ich in Bereichen mit vielen Blaubeeren bisher kaum Glühwürmchen gesehen habe. 


  • Waldlichtungen und Waldränder

An Waldlichtungen und Waldrändern konnte ich ebenfalls Glühwürmchen beobachten, allerdings meist weniger als im dichten Wald. Außerdem waren sie dort oft etwa 30 bis 60 Minuten später sichtbar.


  • Wiesen und Feuchtgebiete

Wiesen, Feuchtgebiete und Bereiche mit hohem Gras können ebenfalls gute Bedingungen bieten, besonders wenn Gewässer in der Nähe sind. Nach meinen Erfahrungen waren in den von mir beobachteten Wäldern jedoch deutlich mehr Glühwürmchen zu sehen als auf offenen Wiesen. 


  • Gärten und Parks

Auch in Parks mit wenig künstlichem Licht kann man Glühwürmchen finden. In meinen Beobachtungen waren sie dort jedoch eher vereinzelt zu sehen. 


  • Nacktschnecken als Nahrungsquelle: 

Wenn tagsüber auffallend viele Nacktschnecken vorkommen, kann das ein Hinweis auf einen geeigneten Lebensraum sein. Die Larven der Glühwürmchen ernähren sich unter anderem von Schnecken. Solche feuchten, schneckenreichen Bereiche können daher gute Voraussetzungen für eine stabile Glühwürmchenpopulation bieten. 


Wichtig ist, dass der Ort möglichst dunkel ist. Künstliche Lichtquellen können Glühwürmchen stören, anlocken oder verwirren. Besonders bei Wind können entfernte Lichtquellen außerdem leicht mit blinkenden Glühwürmchen verwechselt werden. 



Kurzinfos und Beobachtungen zu den Glühwürmchen



  • Männchen

Die Männchen sind meistens Glühwürmchen, die man fliegend beobachten kann. Sie suchen in der Dunkelheit nach den leuchtenden Weibchen. Nach meinen Beobachtungen hört ein Männchen auf zu leuchten, wenn es ein Weibchen gefunden und sich gepaart hat. 


  • Weibchen: 

Die Weibchen sitzen meist im Gras, in der niedrigen Vegetation oder direkt am Boden. Sie leuchten, um die Männchen anzulocken.


  • Auffällige Lichtansammlungen:

Mir ist mehrfach aufgefallen, dass Männchen in Spinnenweben hängenbleiben können. Dadurch kann es vorkommen, dass an einer Stelle plötzlich mehrere Lichtpunkte zu sehen sind. In einigen Fällen waren es fünf oder mehr Glühwürmchen an einer einzigen Stelle.




Wie bereitet man sich auf die Beobachtung vor?


Um Glühwürmchen zu beobachten und zu fotografieren, solltest du dich gut vorbereiten. Die besten Orte liegen oft abseits heller Wege, in Wäldern, an Waldrändern oder auf feuchten Wiesen. Eine gute Vorbereitung hilft nicht nur bei der Beobachtung, sondern auch bei der eigenen Sicherheit. 


  • Kleidung

Trage dunkle, unauffällige Kleidung. Lange Kleidung (am besten stichfest) ist besonders sinnvoll, weil sie vor Mücken, Zecken und hohem Gras schützt. 


  • Ausrüstung

Idealerweise verzichtest du komplett auf künstliches Licht. Wenn du doch eine Lampe brauchst, sollte sie möglichst schwach sein. Eine Rotlichtlampe ist besser geeignet als helles weißes Licht, weil sie weniger stark stört. 


  • Geduld

Suche dir einen möglichst dunklen Bereich im Wald oder am Waldrand und nimm dir etwas Zeit. 

Wann die Glühwürmchen sichtbar werden, hängt von mehreren Faktoren ab, wie Temperatur, Wind, Feuchtigkeit, der Dunkelheit am jeweiligen Standort und auch davon, wie weit die Aktivitätszeit der Glühwürmchen bereits fortgeschritten ist.



  • Standortsuche: 

Die Standortsuche beginnt am besten schon tagsüber. So kannst du Wege, mögliche Fotospots, Stolperstellen und sichere Rückwege besser einschätzen. 


  • Verhalten gegenüber den Tieren: 

Vermeide es, Glühwürmchen zu fangen, zu berühren oder direkt anzuleuchten. Das kann die Tiere stören und ihr natürliches Verhalten beeinflussen. Am besten beobachtest du sie ruhig aus etwas Abstand. 


Tipps für die Wildlife-Fotografie von Glühwürmchen



Die Fotografie von Glühwürmchen ist besonders anspruchsvoll, weil ihr Licht sehr schwach ist und sich die Tiere oft bewegen. Dadurch braucht man entweder längere Belichtungszeiten oder sehr hohe ISO-Werte. Welche Methode besser funktioniert, hängt davon ab, ob du die Glühwürmchen als leuchtende Spuren oder als einzelne Lichtpunkte darstellen möchtest. 


  • Kameraausrüstung: 

Ideal ist eine Kamera mit gutem Rauschverhalten und manueller Steuerung von Belichtungszeit, Blende und ISO. Ein lichtstarkes Objektiv ist ebenfalls hilfreich, zum Beispiel mit einer Blende von f/2.8 oder größerer Öffnung. 


  • Zubehör: 

Ein stabiles Stativ ist wichtig, um Verwacklungen zu vermeiden. Ein Fern- oder Drahtauslöser. Für die Fokuseinstellung kann eine schwache Taschenlampe hilfreich sein. Ein Laserpointer sollte nur sehr vorsichtig und niemals in Richtung von Menschen, Tieren, Straßen oder Gebäuden verwendet werden. 


  • Kameraeinstellungen Methode 1 (Strichspuren)

Wenn du die Bewegung der Glühwürmchen sichtbar machen möchtest, kannst du mit längeren Belichtungszeiten arbeiten. Als Ausgangspunkt eignen sich zum Beispiel ISO 1600 bis 3200, eine offene Blende wie f/2.8 und eine Belichtungszeit zwischen 5 und 30 Sekunden. Dadurch entstehen leuchtende Spuren im Bild. 


  • Kameraeinstellungen Methode 2 (Glühwürmchen als Punkte):

Wenn du die Glühwürmchen eher als einzelne Lichtpunkte darstellen möchtest, brauchst du deutlich kürzere Belichtungszeiten. Dafür ist meist eine sehr hohe ISO-Zahl notwendig. Als Ausgangspunkt kannst du zum Beispiel ISO 51.200, eine offene Blende wie f/2.8 und etwa 1/10 Sekunde Belichtungszeit testen. 


  • Fotohinweise Methode 2: 

Hierbei machst du mehrere Aufnahmen von den Glühwürmchen und zusätzlich ein separates Bild der Umgebung nach Methode 1, allerdings nur in einem Moment, in dem keine Glühwürmchen im Bild zu sehen sind. Anschließend kannst du die Umgebungsaufnahme und die Glühwürmchenbilder in Photoshop miteinander verrechnen, sodass die Lichtpunkte in der Umgebung sichtbar werden. 


  • Fokus manuell einstellen

Fokussiere manuell auf einen Bereich, in dem die Glühwürmchen aktiv sind. Hierfür nutze ich einen Laserpointer mit breiter Leuchtfläche oder Gitterstruktur. Alternativ kannst du auch mit einer Taschenlampe eine passende Struktur wie einen Baumstamm, Äste oder Pflanzen, kurz anleuchten und darauf fokussieren. 


  • Mehrere Aufnahmen machen

Abhängig von der Helligkeit solltest du mit verschiedenen Belichtungszeiten und Bildausschnitten experimentieren. So findest du die passenden Einstellungen für die jeweilige Situation. 


  • Kein Blitzlicht verwenden

Das stört die Tiere und zerstört die natürliche Atmosphäre.



Bei Interesse kann ich auf das Fotografieren nochmal genauer eingehen.



Mit etwas Übung kannst du beeindruckende Bilder von den tanzenden Lichtern im Wald schaffen.




Gefahren im Wald und auf Wiesen im Dunkeln


  • Jäger im Wald und auf Wiesen

Egal, wo man unterwegs ist, es kann immer sein, dass sich in der Nähe eine Kanzel befindet oder ein Jäger im Revier unterwegs ist. Gerade in der Dämmerung und nachts sollte man diesen Punkt nicht unterschätzen. 


  • Eigene Erfahrungen

Ich selbst habe vom Weg aus schon mehrfach gehört, dass in der Nähe Wild geschossen wurde. 


  • Wo kann man hingehen?

Da ich viele Orte bereits tagsüber erkundet habe, kenne ich die Umgebung und weiß ungefähr, wo Jäger sitzen könnten. Ich kann deshalb nur empfehlen, sich vorher zu informieren, wer vor Ort Jagdpächter oder Waldeigentümer ist und sich mit den zuständigen Personen abzusprechen.


Wie verhalte ich mich richtig bei der Beobachtung?


Damit Glühwürmchen nicht gestört werden, solltest du folgende Regeln beachten:


  • am besten komplett ohne Taschenlampe: Da die Glühwürmchen erst in der Dunkelheit aktiv werden, ist jede fremde Lichtquelle ein Störfaktor.


  • Keine lauten Geräusche machen

Ruhe hilft, die Tiere nicht zu vertreiben.


  • Auf den Wegen bleiben

So schützt du den Lebensraum und vermeidest Schäden.


  • Keine Glühwürmchen fangen oder mitnehmen

Sie gehören in die Natur.


Mit Respekt vor der Natur kannst du das Erlebnis für dich und die Tiere besonders schön gestalten.


Wo und wann konnte ich die meisten Glühwürmchen beobachten?


Die größte Anzahl an Glühwürmchen konnte ich bisher in der letzten Juniwoche 2024 beobachten, nachdem es an den Vortagen besonders viel geregnet hatte. Zusätzlich lagen die Temperaturen bei mindestens 15 Grad. Besonders viele Glühwürmchen sah ich in Buchenwäldern mit Gewässern in der Nähe, vor allem auf oder an Wanderwegen. 



Fazit


Glühwürmchen zu beobachten und zu fotografieren ist ein besonderes Naturerlebnis, das stark von den richtigen Bedingungen abhängt.


Nach meinen bisherigen Beobachtungen sind warme, feuchte und möglichst windstille Nächte zwischen Mitte Juni und Anfang Juli besonders vielversprechend. Vor allem nach regenreichen Tagen konnte ich deutlich mehr Glühwürmchen sehen.


Die besten Chancen hatte ich bisher in dunklen Buchenwäldern mit wenig Unterwuchs und Gewässern in der Nähe. Aber auch Waldränder, Wiesen und feuchte Bereiche können geeignete Orte sein, wenn es dort wenig künstliches Licht gibt.


Für die Fotografie braucht es Geduld, eine gute Vorbereitung und etwas Experimentierfreude bei den Kameraeinstellungen. Ebenso wichtig ist aber der respektvolle Umgang mit den Tieren und ihrem Lebensraum. Wer möglichst wenig Licht verwendet, auf den Wegen bleibt und die Glühwürmchen nicht stört, kann dieses stille Leuchten im Sommer besonders intensiv erleben.


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